Wie viel Strom verbraucht dein Fernseher wirklich im Standby? Und dein Wasserkocher - ist er nach dem Gebrauch wirklich aus? Die meisten Menschen schätzen ihren Energieverbrauch falsch. Einige Geräte schlucken mehr Strom im Leerlauf als du denkst. Mit einer smarten Steckdose siehst du es genau - und kannst sofort sparen.
Warum du deinen Stromverbrauch messen solltest
Energiepreise sind seit 2022 deutlich gestiegen. Wer nicht mehr nur aufs Gefühl vertraut, sondern genau weiß, wo der Strom verschwindet, spart leicht 10 bis 15 Prozent pro Jahr. Das ist bei einem durchschnittlichen Haushalt in Deutschland 150 bis 250 Euro. Es geht nicht darum, alles abzuschalten. Es geht darum, die Energiefresser zu finden. Meistens sind es alte Fernseher, Set-Top-Boxen, Ladegeräte oder Kaffeemaschinen, die 24/7 Strom ziehen - ohne dass du es merkst.Wie smarte Steckdosen funktionieren
Eine smarte Steckdose ist ein Zwischenstecker mit eingebautem Messsensor. Du steckst sie in die Wandsteckdose, dann dein Gerät hinein. Die Steckdose misst den Stromverbrauch in Echtzeit - in Watt, Kilowattstunden und manchmal sogar in Euro. Die Daten sendet sie per WLAN an deine App. Dort siehst du, wie viel Strom dein Gerät heute, diese Woche oder diesen Monat verbraucht hat. Du kannst sie auch per App ein- und ausschalten, Zeitpläne erstellen oder Alarme einrichten, wenn etwas ungewöhnlich viel Strom zieht.Die wichtigsten Modelle im Vergleich
Nicht alle smarten Steckdosen sind gleich. Einige messen präzise, andere nicht. Hier die drei meistgenutzten Modelle im deutschen Markt, basierend auf Tests von Hardware-Helden.de und CHIP aus 2024:| Modell | Max. Leistung | Messgenauigkeit | Unter 2 Watt messbar? | Matter-kompatibel? | App ohne Account |
|---|---|---|---|---|---|
| TP-Link Tapo P110M | 3.680 Watt | sehr gut (Abweichung < 2%) | Ja | Ja | Nein |
| Eve Energy | 2.400 Watt | sehr gut (Abweichung < 3%) | Ja | Ja | Ja |
| Shelly Plug S | 2.500 Watt | gut (Abweichung < 5%) | Nein | Nein | Nein |
| Hama Smart Plug | 3.500 Watt | schlecht (Abweichung bis 15%) | Nein | Teilweise | Nein |
Der TP-Link Tapo P110M ist der zuverlässigste Messer. Er misst sogar kleine Verbraucher wie Router oder Smart-Lautsprecher genau. Die Eve Energy bietet die beste App mit Kostenvorhersagen - sie rechnet aus, wie viel du in einem Jahr für dein Gerät ausgibst. Die Shelly Plug S ist leise und sparsam im Eigenverbrauch, aber sie erkennt Geräte unter 2 Watt nicht. Die Hama-Steckdose ist preiswert, aber ungenau: Ein Fernseher mit 85 Watt wurde hier mit 120 Watt angezeigt - das ist kein verlässlicher Wert.
Was du mit den Daten machen kannst
Die Zahlen sind erst der Anfang. Mit ihnen kannst du konkrete Schritte machen:- Stell deinen Fernseher auf einen Zeitplan: Er schaltet sich automatisch aus, wenn du nicht vor dem Bildschirm sitzt.
- Entdecke, welches Ladegerät noch nachts läuft - und steck es einfach ab.
- Erkenne, ob deine Waschmaschine wirklich effizient arbeitet - oder ob sie alt und energiehungrig ist.
- Vermeide unnötigen Standby: Ein Set-Top-Box mit 15 Watt im Leerlauf verbraucht pro Jahr 131 kWh - das kostet über 40 Euro.
Ein Nutzer von TP-Link Tapo P110M schrieb auf Amazon: „Ich spare monatlich 8 Euro, weil ich jetzt weiß, dass mein Kaffeevollautomat 12 Stunden am Tag standby läuft.“ Das ist kein Einzelfall. Wer die Messwerte nutzt, ändert sein Verhalten - und das senkt die Rechnung.
HEM - Home Energy Management im Alltag
Eine einzelne Steckdose hilft. Ein vollständiges Home Energy Management-System (HEM) macht dich unabhängig von Schätzungen. HEM verbindet alle deine smarten Geräte - Steckdosen, Thermostate, Solaranlagen, Smart-Meter - und zeigt dir den Gesamtverbrauch deines Hauses. Du siehst, wann du am meisten Strom verbrauchst, ob du mit deiner Photovoltaik-Anlage auskommst und ob du Strom aus dem Netz brauchst.Die meisten HEM-Systeme nutzen die Daten von smarten Steckdosen als Grundlage. Die Eve Energy und der TP-Link Tapo P110M lassen sich in Apple HomeKit und Google Home integrieren. Shelly bietet mit seinem Premium-Abo (3,99 Euro/Monat) sogar KI-Analysen: Die App lernt, wann du normal Strom verbrauchst, und warnt dich, wenn etwas abweicht - etwa wenn dein Kühlschrank plötzlich doppelt so viel zieht.
Was du bei der Auswahl beachten solltest
Nicht jede smarte Steckdose ist für jeden Zweck geeignet. Hier sind die wichtigsten Kriterien:- Maximallast: Für Waschmaschine, Wasserkocher oder Heizlüfter brauchst du mindestens 3.500 Watt. TP-Link und Hama bieten das. Shelly und Eve nicht.
- Genauigkeit: Teste nicht nur die App - schau dir die Messwerte an. Bei Geräten unter 5 Watt ist die Genauigkeit entscheidend. Nur TP-Link und Eve messen hier zuverlässig.
- Matter-kompatibel: Wenn du mehrere Smart-Home-Systeme nutzt (Apple, Google, Amazon), wähle Matter. So vermeidest du, dass du später alle Geräte wechseln musst.
- Datenschutz: 60 Prozent der Geräte senden deine Verbrauchsdaten unverschlüsselt in die Cloud. Das ist riskant. Wähle Geräte, die lokal arbeiten (wie Shelly mit eigenem Server) oder die Verschlüsselung nutzen.
- App ohne Account: Die Eve Energy erlaubt es, die Messwerte ohne Registrierung zu sehen. Andere verlangen einen Account - und damit Zugriff auf deine Daten.
Was du vermeiden solltest
Einige Fallen lauern, besonders bei billigen Modellen:- Hama und andere No-Name-Steckdosen: Sie messen oft falsch. Ein Fernseher mit 85 Watt wird als 120 Watt angezeigt - du denkst, du sparest, aber du tust es nicht.
- Geräte ohne Unter-2-Watt-Messung: Wenn du Router, Smart-Lautsprecher oder IoT-Sensoren überwachen willst, brauchst du eine Steckdose, die auch unter 2 Watt misst. Shelly und Hama schaffen das nicht.
- Systeme ohne Matter: Wenn du heute ein System kaufst, das nur mit einer App funktioniert, bist du in 3 Jahren gefangen. Matter ist der neue Standard - und wird ab 2025 zur Pflicht.
Die Zukunft: Was kommt 2026?
Bis 2026 werden fast alle smarten Steckdosen unter 50 Euro Verbrauchsmessung integrieren. Die Sensoren sind billiger geworden - von 8,50 Euro pro Sensor 2022 auf 4,20 Euro 2024. Gleichzeitig werden Smart-Meter-Gateways in Deutschland flächendeckend eingebaut. Diese Geräte messen den gesamten Haushaltsverbrauch - und könnten smarte Steckdosen überflüssig machen. Aber: Sie zeigen nicht, welches Gerät wie viel verbraucht. Nur die Steckdosen können das. Deshalb bleiben sie wichtig - vor allem für die gezielte Optimierung.Die nächste Stufe ist KI: Systeme, die automatisch erkennen, wann du nicht zu Hause bist, und dann unnötige Geräte abschalten. Shelly hat das schon. Andere Hersteller folgen. Die Zukunft ist nicht nur messen - sondern automatisch sparen.
Wie du anfängst
Du willst loslegen? Dann so:- Wähle eine Steckdose mit Matter-Zertifizierung und guter Messgenauigkeit - empfohlen: TP-Link Tapo P110M oder Eve Energy.
- Stecke sie in die Steckdose, die dein Fernseher oder Set-Top-Box nutzt.
- Installiere die App und lass sie 24 Stunden laufen.
- Prüfe: Wie viel Strom zieht das Gerät im Standby? Ist es mehr als 5 Watt?
- Stelle einen Zeitplan ein: Schalte es aus, wenn du nicht vor dem TV sitzt.
- Wiederhole das mit anderen Geräten - Kaffeemaschine, Ladegerät, Heizlüfter.
Nach drei Tagen weißt du mehr über deinen Stromverbrauch als die meisten Deutschen. Und du hast bereits Geld gespart.
Kann ich mit einer smarten Steckdose wirklich Geld sparen?
Ja, aber nur, wenn du die Daten auch nutzt. Eine Steckdose allein spart nichts. Sie zeigt dir nur, wo Strom verschwendet wird. Wenn du dann einen Fernseher abschaltest, der 15 Watt im Standby zieht, sparst du jährlich über 40 Euro. Viele Nutzer sparen 8 bis 15 Euro pro Monat - das sind 100 bis 180 Euro pro Jahr. Das rechnet sich schnell.
Welche Steckdose ist am besten für Anfänger?
Der TP-Link Tapo P110M ist die beste Wahl für Einsteiger. Er ist einfach einzurichten, misst sehr genau, funktioniert mit Apple HomeKit, Google Home und Amazon Alexa, und ist Matter-zertifiziert. Die App ist deutschsprachig, und du bekommst klare Verbrauchswerte ohne komplizierte Einstellungen. Er ist auch robust und passt in fast jede Steckdose.
Messen alle smarten Steckdosen auch kleine Verbraucher?
Nein. Viele Geräte, wie die Shelly Plug S und Hama Smart Plug, können keine Werte unter 2 Watt messen. Das bedeutet: Router, Smart-Lautsprecher, WLAN-Verstärker oder IoT-Sensoren werden als „0 Watt“ angezeigt - obwohl sie 1 bis 3 Watt ziehen. Wenn du diese Geräte überwachen willst, wähle eine Steckdose mit niedrigem Messlimit - wie TP-Link Tapo P110M oder Eve Energy.
Sind smarte Steckdosen sicher?
Es hängt vom Hersteller ab. Ein Test der Stiftung Warentest (2023) zeigte: 60 Prozent der Geräte senden deine Verbrauchsdaten unverschlüsselt in die Cloud. Das kann ein Datenschutzrisiko sein - besonders wenn du dein Verbrauchsprofil analysierst und daraus Rückschlüsse auf deine Anwesenheit ziehen kannst. Wähle Geräte, die lokal arbeiten (Shelly mit eigenem Server) oder die Verschlüsselung nutzen. Vermeide Geräte von unbekannten Marken, die keine Sicherheitsupdates anbieten.
Brauche ich einen zusätzlichen Hub?
Nein, wenn du Matter-kompatible Geräte nimmst. Der TP-Link Tapo P110M und die Eve Energy funktionieren direkt mit deinem WLAN und deinem Smartphone - ohne extra Hub. Andere Geräte, wie Shelly oder Hama, brauchen keinen Hub, aber sie sind an ihre eigene App gebunden. Matter ist der Zukunftsschlüssel: Es macht alle Geräte miteinander kompatibel - egal ob von Apple, Google oder Amazon.
Wann lohnt sich eine smarte Steckdose nicht?
Wenn du nur ein Gerät überwachen willst und nicht bereit bist, die Daten zu nutzen. Oder wenn du ein Gerät hast, das nur 1 oder 2 Watt verbraucht - dann ist der Aufwand größer als der Nutzen. Auch bei sehr alten Geräten mit unsicheren Steckdosen (z. B. ohne Berührungsschutz) solltest du vorsichtig sein. Und wenn du keine WLAN-Verbindung hast, funktionieren sie nicht. Aber für die meisten Haushalte lohnt sich das - besonders mit steigenden Strompreisen.
david bauer
Januar 21, 2026 AT 16:18Endlich mal jemand, der nicht nur von Energiesparen schwafelt, sondern zeigt, wie es wirklich funktioniert. Ich hab den TP-Link P110M seit drei Monaten und mein Kaffeevollautomat hat mich fast umgebracht – 18 Watt im Standby! Jetzt schaltet er sich um 23 Uhr ab. Monatlich 12 Euro gespart, ohne dass ich was ändern musste. Einfach genial.