Ein altes Metalldach ist nicht automatisch ein Problem - aber es kann ein echter Kostenfaktor werden, wenn die Beschichtung bricht, Rost sich ausbreitet oder das Profil nicht mehr dicht hält. Viele Hausbesitzer in Deutschland entscheiden sich deshalb für eine Metalldach modernisieren - nicht durch komplett neuen Dachdeckung, sondern durch gezielte Aufarbeitung. Dabei geht es nicht nur ums Aussehen, sondern um Schutz, Haltbarkeit und Energieeffizienz. Ob Sie ein Stehfalzblech, ein Trapezblech oder eine beschichtete Fläche haben: Es gibt klare Wege, das Dach auf den neuesten Stand zu bringen.
Stehfalz vs. Trapez: Was ist der richtige Typ für Ihr Dach?
Beim Metalldach unterscheidet man vor allem zwischen zwei Profilen: Stehfalz und Trapez. Beide sind aus Stahl oder Aluminium, aber sie funktionieren anders und eignen sich für unterschiedliche Ansprüche.
Stehfalzblech hat eine klare Linienführung - keine sichtbaren Schrauben, keine offenen Nähte. Die Bleche werden mit einem Falz verbunden, der wasserdicht und windfest ist. Das macht es ideal für moderne Einfamilienhäuser, aber auch für Gewerbegebäude. Die Laufzeit liegt bei 40 bis 60 Jahren, wenn es richtig montiert ist. Die Materialstärke reicht von 0,50 mm bis 0,70 mm. Wichtig: Das Dach muss ein Gefälle von mindestens 3° haben, sonst läuft Wasser nicht ab. Auch die Antikapillarrille an der Längsseite ist entscheidend - sie verhindert, dass Regenwasser unter die Bleche gezogen wird.
Trapezblech dagegen hat ein wellenförmiges, trapezförmiges Profil, oft mit einer Profilhöhe von 33 mm. Es ist günstiger, schneller zu verlegen und wird oft in Carports, Lagerhallen oder Garagen verwendet. Die Nutzbreite liegt bei etwa 500 mm, das Gewicht bei 5,25 kg/m². Es ist robust, aber weniger elegant. Wenn Sie ein altes Trapezdach sanieren, ist die Beschichtung der entscheidende Faktor - nicht das Profil selbst.
Die Beschichtung macht den Unterschied - nicht das Blech
Viele denken, dass ein Metalldach immer rostet. Das stimmt nur, wenn die Beschichtung versagt. Moderne Beschichtungen sind hochtechnologisch und halten Jahrzehnte. Hier die wichtigsten Optionen:
- 25 µm Polyester: Die günstigste Variante. Glatt, leicht glänzend, viele Farben verfügbar. Ideal für Carports oder Gartenhäuser, aber nicht für Dächer mit hoher Belastung.
- 35 µm Strukturpolyester: Hat eine matte, holzähnliche Struktur - wie Eiche oder Ahorn. Perfekt für Fassaden und Dächer, die eine natürliche Optik sollen.
- 35 µm Mattpolyester: Etwas robuster als Strukturpolyester. Sehr beständig gegen Witterung und Farbveränderung. Beliebt in Wohnhäusern mit moderner Architektur.
- 60 µm Puramid: Eine der besten Beschichtungen für Dächer. UV-beständig, korrosionsresistent, mit 20 Jahren Garantie auf Durchrostung. Ideal für Stehfalz- und Trapezsysteme in Regionen mit viel Regen oder Salznebel.
- 80 µm Shimoco: Die Premium-Lösung. Keine Schwermetalle, keine Chromverbindungen. Langlebig, gleichmäßig strukturiert, perfekt für Architektur mit Anspruch. Wird oft bei öffentlichen Gebäuden eingesetzt.
Die Beschichtung besteht aus mehreren Schichten: Zuerst kommt der Decklack, dann die Grundierung, dann eine Passivierungsschicht, dann die Verzinkung - und das alles auf beiden Seiten. Der Stahlkern selbst ist 0,50 mm, 0,63 mm oder 0,75 mm dick. Je dicker, desto stabiler. Aber auch die Beschichtungsdicke zählt: 60 µm ist der Standard für Dächer, die länger als 20 Jahre halten sollen.
Neue Technik: Die 2-Komponenten-Beschichtung für alte Dächer
Sie haben ein altes Trapezdach mit abgeplatztem Lack? Kein Problem. Es gibt eine Lösung, die viele Dachdecker heute nutzen: die Delta AntiCor DTS 2K-Beschichtung.
Dieses System ist eine Acryl-Polyurethan-Mischung, die als Primer und Decklack in einem funktioniert. Sie brauchen keine Grundierung, keine Entfernung der alten Schichten - nur sauberes Blech. Mit Hochdruckreiniger wird der alte Lack entfernt, dann wird die neue Beschichtung aufgetragen. Die Schichtdicke beträgt 120 µm, das ist mehr als doppelt so dick wie bei normalen Beschichtungen.
Was macht es besonders? Es haftet auf: verzinktem Stahl, Aluminium, Edelstahl, Holz, Beton, Kunststoff - alles auf einmal. Es ist bleifrei, chromfrei und hält selbst bei starker Salzbelastung (Korrosivitätskategorie C5-M). Es widersteht Öl, Benzin und sogar Biodiesel. Ein konkretes Beispiel: Eine Lagerhalle in Thüringen wurde mit RAL 9010 (Mattgrau) neu beschichtet. Die Arbeiten dauerten drei Tage statt drei Wochen. Kein Abtragen der Unterkonstruktion, kein Neudach - nur eine Beschichtung, die jetzt 15 Jahre halten wird.
Spezielle Beschichtungen für besondere Anforderungen
Nicht jedes Dach braucht die gleiche Lösung. Hier sind zwei Speziallösungen, die oft übersehen werden:
- Antitropfbeschichtung: Ideal für unisolierte Hallen, Carports oder Garagen. Sie verhindert, dass Kondenswasser von der Innenseite des Blechs tropft. Gleichzeitig dämpft sie Regen- und Hagelgeräusche. Aber: Ohne ausreichende Belüftung entsteht Feuchtigkeitsschaden. Also immer Lüftung prüfen!
- Stucco-Beschichtung für Aluminium: Für Stehfalzsysteme wie Terrano 316 gibt es eine strukturierte Oberfläche mit rauher, leicht texturierter Wirkung. Sie ist mit oder ohne Antitropf erhältlich. Perfekt für moderne Bauten, die eine hochwertige, aber nicht glatte Optik wollen.
Im Premiumsegment gibt es auch Design-Systeme wie MODUS-Premium, SZAFIR oder Optima. Sie unterscheiden sich nicht durch Haltbarkeit, sondern durch Ästhetik - feinere Profile, dezenter Glanz, exaktere Farbnuancen. Für Architekten und anspruchsvolle Bauherren sind das die Standards.
Die Montage: Warum die Installation so wichtig ist
Ein schlecht montiertes Stehfalzblech kann auch mit der besten Beschichtung und dickstem Blech versagen. Hier die Schritte, die wirklich zählen:
- Prüfen Sie das Gefälle: Mindestens 3°, besser 4° bis 5°. Sonst sammelt sich Wasser.
- Verlegen Sie eine Dampfsperre, wenn das Dach über beheizten Räumen liegt. Sonst zieht Feuchtigkeit in die Konstruktion.
- Montieren Sie die Konterlattung (24 mm oder 48 mm) und die Traglattung (40 mm oder 60 mm) im Abstand von 60 cm.
- Prüfen Sie die Antikapillarrille: Sie muss sauber und unbeschädigt sein.
- Verwenden Sie nur passende Stützfüße - sie erleichtern die Montage und verhindern Verformungen.
moderne Stehfalzsysteme sind oft als Klick-Systeme erhältlich. Das bedeutet: Keine Schrauben mehr, keine Dichtungen, die versagen. Die Bleche klicken einfach ineinander. Das spart Zeit und reduziert Fehler. Längen bis 8 m sind Standard - länger geht auf Anfrage.
Was kostet eine Metalldach-Modernisierung?
Es gibt keine einheitliche Preisliste, aber hier eine grobe Orientierung:
- Neue Beschichtung (ohne Neudach): 25-40 €/m²
- Neues Stehfalzblech mit 60 µm Puramid: 55-75 €/m²
- Neues Trapezblech mit 35 µm Mattpolyester: 40-55 €/m²
- Delta AntiCor DTS 2K auf altem Blech: 30-45 €/m² (mit Vorbereitung)
Die Investition lohnt sich: Ein gut modernisiertes Metalldach hält 30-50 Jahre. Eine neue Dacheindeckung aus Ziegel oder Beton kostet oft doppelt so viel und hat eine kürzere Lebensdauer. Außerdem: Metall ist recycelbar. Kein Abbruch, kein Müll - nur eine bessere Oberfläche.
Was Sie jetzt tun sollten
Wenn Ihr Dach Roststellen hat, Farbe abblättert oder sich bei Regen ungewöhnlich laut anhört: Prüfen Sie es. Holen Sie einen Fachmann. Nicht jeder Dachdecker kennt die neuen Beschichtungssysteme. Suchen Sie nach Experten, die mit Delta AntiCor, Puramid oder Shimoco arbeiten.
Testen Sie die Beschichtung: Stecken Sie ein Messer an eine abgeplatzte Stelle. Wenn die Unterlage noch intakt ist, reicht eine neue Beschichtung. Wenn das Blech durchgerostet ist, brauchen Sie ein neues Profil. Aber: 80 % der alten Metalldächer lassen sich sanieren - nicht ersetzen.
Ein modernes Metalldach ist kein Luxus - es ist eine kluge Investition. Langlebig, wartungsarm, umweltfreundlich und modern. Ob Sie ein Einfamilienhaus haben oder eine Werkstatt: Es gibt die richtige Lösung für Ihr Dach. Sie müssen nur die richtige Entscheidung treffen.
Kann man ein altes Trapezblech einfach neu beschichten, ohne es abzutragen?
Ja, wenn das Blech nicht durchgerostet ist. Mit der Delta AntiCor DTS 2K-Beschichtung kann man direkt auf den metallisch blanken Untergrund auftragen - ohne Grundierung. Der alte Lack wird mit Hochdruckreiniger entfernt, danach wird die neue Beschichtung aufgetragen. Das spart Zeit, Geld und Müll. Aber: Nur bei intaktem Blech und sauberer Vorbereitung.
Welche Beschichtung hält am längsten?
Die 80 µm Shimoco-Beschichtung ist die langlebigste. Sie bietet herausragenden UV- und Korrosionsschutz, ist frei von Schwermetallen und hat eine strukturierte, gleichmäßige Oberfläche. Die Garantie liegt bei 30 Jahren und mehr. Für den normalen Haushalt reicht 60 µm Puramid völlig aus - es ist die beste Kombination aus Haltbarkeit und Preis.
Ist ein Stehfalzdach teurer als ein Trapezdach?
Ja, aber nicht nur beim Material. Die Montage ist aufwendiger, weil jedes Blech einzeln verlegt und gefalzt wird. Ein Stehfalzdach kostet etwa 20-30 % mehr als ein Trapezdach. Der Vorteil: Es sieht eleganter aus, hat keine sichtbaren Schrauben, hält länger und ist besser für Dächer mit geringem Gefälle geeignet.
Braucht man eine Dampfsperre unter einem Metalldach?
Ja, wenn das Dach über beheizten Räumen liegt - also bei Wohnhäusern, aber nicht bei Carports oder Lagerhallen. Die Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Inneren des Hauses in die Dachkonstruktion dringt. Ohne sie kann sich Kondenswasser bilden, das zu Holzschäden oder Schimmel führt.
Kann man ein Metalldach auch im Winter sanieren?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Beschichtungen wie Delta AntiCor DTS 2K können bei Temperaturen von +5 °C verarbeitet werden. Bei Frost oder nassem Dach ist keine Arbeit möglich. Die beste Zeit ist Frühjahr oder Herbst. Ein Dachdecker sollte das Wetter vorher prüfen - und nicht bei Regen arbeiten.
Maggie Knowles
Februar 13, 2026 AT 09:11