Ein barrierefreies Wohnzimmer ist nicht nur eine Notwendigkeit für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität - es wird immer mehr zur Standardanforderung, besonders in einem Land mit alternder Bevölkerung. In Deutschland gilt die DIN 18040-2:2011-09 als zentrale Regelung für barrierefreies Wohnen. Sie legt klar fest, wie groß Bewegungsflächen sein müssen, wo Steckdosen hinkommen und wie breit Türen sein sollen. Doch viele Planer unterschätzen diese Maße - mit Folgen, die sich erst später bemerkbar machen: ein Rollstuhl bleibt stecken, ein Schalter ist unerreichbar, ein Sideboard lässt keine Kniefreiheit. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Wohnzimmer richtig planen - nicht nur nach der Norm, sondern so, dass es wirklich nutzbar ist.
Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht?
Die DIN 18040-2 unterscheidet zwei Stufen: barrierefrei nutzbar und rollstuhlgerecht (mit Zusatzanforderung „R“). Das ist entscheidend. Wer nur einen geringen Bedarf an Unterstützung erwartet, kann sich an die grundlegenden Maße halten. Wer aber mit einem Rollstuhl lebt oder plant, dass jemand mit Mobilitätseinschränkung dauerhaft hier wohnen wird, muss die strengeren Anforderungen für „R“ umsetzen. Die Unterschiede sind nicht klein: Bei der Drehfläche etwa muss die Fläche für rollstuhlgerechte Wohnzimmer mindestens 155 × 155 cm betragen - und das ist nur die Mindestvorgabe. Experten empfehlen 160 × 160 cm, damit der Rollstuhl auch mit Anhängern oder bei unerwartetem Gepäck noch wenden kann. In vielen Wohnzimmern wird diese Fläche zu klein geplant - oft, weil man denkt, „dann passt es ja gerade noch“. Aber ein Rollstuhl braucht Luft, nicht nur Platz.Mindestabstände: Was muss zwischen Möbeln frei sein?
Ein häufiger Fehler: Man stellt Sofa, Tisch und Sideboard so nah beieinander, wie es optisch passt. Aber für einen Rollstuhl ist das eine Falle. Die Norm schreibt mindestens 100 cm freie Breite zwischen Möbeln vor. Das klingt viel, ist aber realistisch. In der Praxis zeigt sich: Wer nur 90 cm lässt, hat später Probleme. Die meisten Nutzer berichten, dass sie bei 90 cm noch durchkommen - aber nur, wenn sie nicht mehr als eine Handtasche dabei haben. Bei einer Tasche, einem Einkaufsbeutel oder einem Begleiter, der nebenhergeht, wird es eng. Die Architektenkammer Baden-Württemberg empfiehlt deshalb: Planen Sie mindestens 120 cm. Das ist der Komfortbereich. Und das gilt nicht nur für den Hauptgangweg. Auch zwischen Couch und Wand, zwischen Tisch und Fenster, zwischen Sideboard und Türöffnung: Überall muss der Rollstuhl durchkommen. Denken Sie an die Bewegungsdynamik - es geht nicht nur geradeaus, sondern auch im Winkel, beim Wenden, beim Anfahren von Tischen.Höhen: Steckdosen, Schalter, Sideboards - wo hinkommen sie?
Die richtige Höhe macht den Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Abhängigkeit. Steckdosen und Lichtschalter müssen zwischen 40 und 120 cm über dem Boden liegen. Die optimale Bedienhöhe für Rollstuhlnutzer liegt bei 85 cm. Das ist kein Zufall. Bei dieser Höhe erreicht man die Steckdose mit der Hand, ohne sich zu strecken, ohne den Arm zu heben. Viele installieren Schalter bei 110 cm - weil das „normal“ ist. Aber für jemanden im Rollstuhl ist das eine Anstrengung. Nutzer auf Foren wie barrierefreies-wohnen.de berichten: „Seit wir die Schalter auf 85 cm gesetzt haben, kann mein Sohn selbstständig das Licht anmachen.“ Das ist kein Luxus - das ist Grundversorgung. Auch bei Sideboards, Konsolentischen oder Unterschränken ist die Höhe entscheidend. Die Norm verlangt eine Kniefreiheit von mindestens 70 cm. Das bedeutet: Unter dem Möbel muss genug Platz sein, damit der Rollstuhl daruntergleiten kann. Oft wird das vergessen. Ein Sideboard mit 65 cm Höhe sieht gut aus - aber erlaubt keine Durchfahrt. Und wer denkt, „ich stelle den Tisch ja einfach vorne weg“, verkennt die Realität: Ein Rollstuhl kann nicht einfach um ein Möbel herumfahren, wenn die Bewegungsflächen nicht passen. Die Kniefreiheit ist nicht optional - sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Möbel überhaupt im barrierefreien Wohnzimmer Platz hat.
Drehflächen: Warum 155 × 155 cm nicht reichen
Die Drehfläche ist der wichtigste Punkt im Wohnzimmer. Hier wird der Rollstuhl gewendet, hier wird der Nutzer in eine andere Richtung gedreht, hier wird der Raum lebendig. Die Norm schreibt 155 × 155 cm vor - das ist die absolute Mindestgröße. Aber in der Praxis ist das knapp. Ein Standard-Rollstuhl ist 65 cm breit, mit Armlehnen und Rückenlehne braucht er mehr Raum zum Wenden. Einige Modelle mit zusätzlichen Halterungen oder elektrischen Antrieben sind breiter. Und wenn jemand nebenbei steht, um zu helfen? Dann wird die Fläche schnell zu eng. Experten wie Dr. Simone Peters vom DIN betonen: „Die Drehfläche ist der Schlüssel für eine wirklich nutzbare Wohnung.“ In einer Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft für barrierefreies Bauen gaben 68 % der Nutzer an, die Flächen seien „gerade ausreichend“. 22 % berichteten von „engen Verhältnissen“. Das ist ein Warnsignal. Planen Sie 160 × 160 cm - und stellen Sie sicher, dass keine Möbel, Türen oder Kabel diese Fläche stören. Keine Pflanzen, keine Lampen, keine Regale an der Wand. Alles, was in diese Zone ragt, wird zum Hindernis.Türen und Schwellen: Der erste und letzte Hürde
Türen sind oft die größte Hürde - und die leichteste zu beheben. Die DIN 18040-2 verlangt eine Durchgangsbreite von mindestens 90 cm. In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg ist 80 cm erlaubt - aber das ist kein Standard für rollstuhlgerechte Nutzung. Ein Rollstuhl ist 60-65 cm breit. Mit Armlehnen und einem leichten Schrägaufbau braucht er mindestens 85 cm. 90 cm ist der sichere Wert. Und vergessen Sie nicht: Die Tür muss sich öffnen lassen - ohne Kraftaufwand. Eine schwere Holztür mit schwerem Schloss ist kein Problem der Vergangenheit - sie ist ein aktuelles Hindernis. Elektrische Türöffner oder leichte Druckknopf-Schließsysteme sind heute Standard. Auch Schwellen müssen unter 2 cm hoch sein. Keine Stufen, keine Kanten. Selbst 1,5 cm können bei einem Rollstuhl mit schlechtem Federungssystem zu einem Sturz führen. Und wer denkt, „ich baue eine Rampe“, vergisst: Eine Rampe braucht Platz - und der ist im Wohnzimmer oft nicht da. Besser: keine Schwelle.
Was die Norm nicht sagt - aber wichtig ist
Die DIN 18040-2 ist eine technische Norm. Sie regelt Maße, nicht Wahrnehmung. Sie sagt nicht, wie Farben, Licht oder Materialien beschaffen sein sollen. Doch das ist entscheidend. Menschen mit Sehbehinderung brauchen Kontraste: Ein dunkler Teppich auf hellem Boden, ein heller Tisch vor dunkler Wand. Sie brauchen klare Strukturen - keine überladenen Wände, keine unübersichtlichen Möbelgruppen. Menschen mit kognitiven Einschränkungen brauchen Ordnung: Ein festes Platzieren von Fernbedienung, Steckdose, Sitzplatz. Kein „das steht heute hier, morgen da“. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für barrierefreies Bauen warnt: „Die Norm konzentriert sich zu sehr auf Maße und vernachlässigt die Wahrnehmung.“ Das ist ein großer Fehler. Ein Wohnzimmer, das nach Norm perfekt ist, kann trotzdem unbenutzbar sein - wenn es unübersichtlich, unklar oder unangenehm wirkt. Planen Sie nicht nur mit dem Lineal - planen Sie mit dem Herzen.Bestandsbauten: Was geht nachträglich?
Sie haben ein altes Wohnzimmer und wollen es barrierefrei machen? Kein Problem - aber realistisch. Die DIN 18040-2 gilt auch für Umbauten - „sinngemäß“. Das bedeutet: Sie müssen nicht alles auf den neuesten Stand bringen, aber die wichtigsten Punkte. Beginnen Sie mit den Bewegungsflächen. Schaffen Sie 120 cm Durchgang zwischen Sofa und Tisch. Verschieben Sie Möbel. Entfernen Sie Schwellen. Dann passen Sie die Steckdosen an - auf 85 cm Höhe. Danach prüfen Sie die Türen. Ist die Breite unter 90 cm? Dann tauschen Sie die Tür aus. Oder bauen Sie eine Seitentür ein. Die größten Kosten entstehen nicht bei der Elektrik - sondern bei der Boden- und Wandumgestaltung. Laut einer Studie des Instituts Wohnen und Architektur (2022) machen Boden- und Bewegungsflächen 45 % der Kosten aus. Aber: Die Investition lohnt sich. Ein barrierefreies Wohnzimmer ist nicht nur für einen Menschen gedacht - es ist für die ganze Familie. Für Großeltern, für Kinder mit Gipsbein, für Besucher mit Kinderwagen. Es ist ein Wohnraum, der für alle funktioniert.Die Zukunft: Universal Design statt nur Normen
Die nächste Version der DIN 18040-2, die bis 2024 abgeschlossen sein soll, wird voraussichtlich strengere Anforderungen an Bewegungsflächen enthalten. Und die neue europäische Norm DIN EN 17210 wird funktionale Anforderungen einführen - nicht nur Maße, sondern auch Licht, Akustik, Materialien. Das ist der richtige Weg. Barrierefreiheit ist kein Zusatz - sie ist Grundlage. Universal Design bedeutet: Ein Raum, der für alle funktioniert, ohne dass man extra anpassen muss. Ein Wohnzimmer, das für einen 90-Jährigen mit Rollstuhl ebenso gut ist wie für einen 30-Jährigen mit Kind und Hund. Das ist die Zukunft. Und sie beginnt jetzt - mit der richtigen Planung.Wie groß muss die Drehfläche im Wohnzimmer sein?
Die DIN 18040-2 schreibt für rollstuhlgerechte Wohnzimmer eine Mindestdrehfläche von 155 × 155 cm vor. Für eine wirklich komfortable und sichere Nutzung empfehlen Experten jedoch 160 × 160 cm. Diese Fläche muss frei von Möbeln, Türen oder Kabeln sein, damit der Rollstuhl ohne Hindernisse wenden kann.
Wie hoch sollten Steckdosen und Lichtschalter sein?
Steckdosen und Lichtschalter müssen zwischen 40 und 120 cm über dem Boden liegen. Die optimale Bedienhöhe für Rollstuhlnutzer liegt bei 85 cm. Höher als 120 cm ist nicht zulässig, da die Erreichbarkeit sonst nicht mehr gewährleistet ist.
Was ist die Mindestbreite für Türen in einem barrierefreien Wohnzimmer?
Die Mindestbreite für Türen beträgt 90 cm. In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg ist 80 cm gesetzlich erlaubt - aber das reicht nicht für eine uneingeschränkte Nutzung mit einem Rollstuhl. 90 cm ist der sichere Standard, der auch bei größeren Modellen oder mit Begleitpersonen funktioniert.
Wie viel Kniefreiheit braucht ein Sideboard für Rollstuhlnutzer?
Unter Sideboards, Konsolentischen oder Unterschränken muss eine Kniefreiheit von mindestens 70 cm vorhanden sein. Nur so kann ein Rollstuhl daruntergleiten und der Nutzer den Tisch nutzen, ohne eingeschränkt zu sein. Höhen unter 70 cm machen das Möbel im barrierefreien Wohnzimmer unbrauchbar.
Ist die DIN 18040-2 bundesweit verbindlich?
Nein, die DIN 18040-2 ist keine Gesetzesnorm, sondern eine technische Richtlinie. In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg ist sie verbindlich durch die VwV TB vorgeschrieben. In anderen Ländern ist sie empfohlen, aber nicht gesetzlich verpflichtend. Trotzdem gilt sie als Maßstab für alle barrierefreien Wohnungen in Deutschland.
Stephan Schilli
Dezember 15, 2025 AT 16:59Endlich mal jemand, der nicht nur die Norm runterbetet, sondern wirklich versteht, dass Barrierefreiheit kein Kasten-Denken ist! 🚀 Ich hab letztes Jahr mein Wohnzimmer umgebaut – 160x160 cm Drehfläche, Steckdosen auf 85 cm, und keine Schwelle, die nicht weggefräst wurde. Jetzt kommt sogar mein Opa mit seinem alten Rollstuhl und dem Koffer im Gepäck rein – und lächelt. Das ist mehr als Norm. Das ist Leben.
Petra Feil
Dezember 17, 2025 AT 01:49Ich hab’s gelesen… und ich hab geweint. Nicht wegen der Norm… nein… wegen der Menschen. Weil jemand… irgendwann… einfach nur… Licht anmachen will… und nicht… nicht… nicht… 120 cm weit greifen muss… das ist doch… das ist doch… menschlich…
Lucas Korte
Dezember 17, 2025 AT 18:06Das ist wieder typisch deutsche Überregulierung. Wer braucht schon 160x160 cm Drehfläche? Ich hab einen Rollstuhl und eine Wohnung mit 40 qm – da muss man doch auch leben können! Die Norm ist ein Alibi für Architekten, die sich selbst wichtig machen. Wer nicht durch eine 90 cm Tür passt, sollte lieber ins Pflegeheim ziehen. Nicht jeder ist ein behinderter Prince.
Gilles G
Dezember 18, 2025 AT 14:59Interessant, dass die Norm nicht auf die akustische Gestaltung eingeht. In Belgien ist das Standard: matte Wände, keine harten Flächen, leise Teppiche. Ein barrierefreies Wohnzimmer ist auch ein ruhiges Wohnzimmer. Und das ist oft wichtiger als die Breite einer Tür. Ihr habt die Sichtbarkeit – wir haben die Hörbarkeit.
Ursula McDermott
Dezember 19, 2025 AT 10:48Ich bin Ergotherapeutin und sehe jeden Tag, wie Leute mit 85 cm Steckdosen endlich selbstständig werden. Das ist kein Luxus – das ist Freiheit. Und wenn jemand sagt, das sei zu teuer: Eine Steckdose kostet 15 Euro. Ein verlorenes Lebensgefühl kostet unendlich viel mehr. Bitte – macht es richtig. Nicht nur, weil die Norm es sagt. Sondern weil es Menschen rettet.
Lilli Koisser
Dezember 21, 2025 AT 06:54Wie charmant… diese ganze Diskussion über Meter und Zentimeter… als ob das den Unterschied macht… Ich hab in Paris ein Apartment mit 70 cm Kniefreiheit – und es ist atemberaubend. Die französische Ästhetik kennt keine Normen… nur Intuition. Und wer nicht versteht, dass Design nicht berechnet wird… sondern gefühlt… der hat nie ein echtes Wohnzimmer gesehen.
Kean Wong
Dezember 21, 2025 AT 16:49Die Norm ist ein guter Anfang, aber sie ignoriert die kognitive Last. Ein Raum, der optisch überladen ist, ist für Menschen mit Demenz oder ADHS genauso unzugänglich wie einer mit zu engen Gängen. Die DIN 18040-2 misst Körper, nicht Geist. Und das ist ein fundamentaler Fehler. Barrierefreiheit muss den Kopf mitdenken – nicht nur die Beine.
Stephan Aspi
Dezember 23, 2025 AT 15:01Ich hab das ganze Ding durchgecheckt – und muss sagen: Die meisten hier verstehen gar nichts. Die 155x155 cm Drehfläche ist nicht die Mindestanforderung – sie ist die absolute Null-Linie. Und wenn jemand 160x160 empfiehlt, dann nur, weil er kein Ahnung von realen Wohnraumgrößen hat. In 80 % der deutschen Altbauwohnungen ist das unmöglich. Die Norm ist für Neubauten – nicht für Menschen, die in ihrer Wohnung bleiben wollen. Wer sagt, man muss alles umbauen, der hat nie eine 50er-Jahre-Wohnung gesehen. Und die meisten Nutzer? Die nutzen einfach den Flur als Wohnzimmer. Punkt. Die Norm ist ein Traum – die Realität ist ein Kampf.
Liam Brophy
Dezember 24, 2025 AT 02:57manchmal denk ich… was ist eigentlich barrierefreiheit? ist es das maß… oder ist es die liebe… die nicht fragt ob jemand rollstuhl fährt… sondern einfach sagt: hier kannst du sein… ohne dich rechtfertigen zu müssen… die norm gibt uns zahlen… aber der mensch gibt uns sinn… und ich denk… wenn wir nur die zahlen sehen… dann haben wir schon verloren
Christian Vester
Dezember 25, 2025 AT 13:06Die ganze Diskussion dreht sich um Maße – aber wer hat jemals gefragt, warum wir überhaupt so viele Menschen behindern? Weil wir uns weigern, zu denken. Wir bauen für die Norm – nicht für das Leben. Und dann wundern wir uns, dass alte Menschen sich isolieren. Das Problem ist nicht die Türbreite. Das Problem ist, dass wir uns nicht mehr in andere hineinversetzen können. Barrierefreiheit ist kein Architekturproblem – es ist ein moralisches Versagen.
Hans Dybka
Dezember 26, 2025 AT 08:58Es ist bemerkenswert, wie hier alle über Maße reden, als wäre das der Kern der barrierefreien Architektur. Doch wer kennt die historische Entwicklung der Norm? Wer hat die Entwürfe von 1985 gelesen? Wer versteht, dass die DIN 18040-2 ein Produkt der sozialen Bewegung der 70er Jahre war – und nicht etwa eine technische Vorschrift? Die heutige Interpretation ist eine Verflachung. Die ursprüngliche Intention war: Raum als sozialen Aktivator. Heute wird er nur als statische Fläche gemessen. Das ist traurig. Und ich sage das nicht als Architekt. Sondern als jemand, der gelernt hat, dass Form immer Funktion folgt – und nicht umgekehrt.
lothar menev
Dezember 26, 2025 AT 18:54Ich hab das Wohnzimmer meiner Schwiegermutter umgebaut. 120 cm Gangbreite, Steckdosen auf 85, Tür auf 90. Keine Schwelle. Kein Theater. Keine Norm-Rede. Nur gemacht. Jetzt sitzt sie da, trinkt Kaffee und schaut fern. Ohne Hilfe. Das war’s. Mehr braucht man nicht.